Interview mit dem Bauleiter des Klixbüller Umspannwerkes:
Danny Stieper – ein „Flensburger Jung“ baut das Umspannwerk Klixbüll
Der gebürtige Flensburger Danny Stieper ist eines unserer Gesichter der Energiewende, bei der Westküstenleitung. Zunächst hat der Vater eines 4-jährigen Sohnes und einer 6-jährigen Tochter eine Ausbildung zum Elektriker abgeschlossen und anschließend den Diplom-Studiengang der "Regenerativen Energietechnik" absolviert. Parallel dazu arbeitete er bereits damals im Hybridkraftwerk auf der Insel Pellworm (Nordsee). Erfahrungen sammelte er auch schon im Bereich Hoch- und Höchstspannung, bevor er zu TenneT kam.
Als passionierter Rennradfahrer (AllwaysEnergy-Team bei TenneT Deutschland) engagiert sich Danny Stieper nicht nur auf den Baustellen für die Energiewende. Ihm liegt auch am Herzen, die Menschen in der Region über seine Projekte zu informieren.
Welche Rolle spielen Sie bei dem Bauvorhaben?
Ich bin als Gesamtprojektleiter Bau für das Umspannwerk Klixbüll zuständig und betreue parallel dazu die Elektrotechnik. Insgesamt habe ich bereits vier Umspannwerke an unseren TenneT-Achsen aufgebaut.
Was tut sich gerade auf der Baustelle?
Im Umspannwerk Klixbüll haben wir im Mai 2020 mit dem Bau begonnen. Der Oberboden wurde bereits abgetragen und die Fundamente gesetzt. Diese Schritte sind nun abgeschlossen und die Baustelle wird immer „elektrischer“. Der Stahlbau ist gerade fertiggestellt. Die Geräte für die Hochspannungsschaltanlage sind bereits zum Großteil gesetzt. Im Sommer kommen jetzt die Großtransformatoren.
Gab es ein besonders schönes Ereignis in den letzten Monaten für Sie?
Eigentlich ist das Richtfest für das Team auf der Baustelle und auch für die Menschen in der Region ein großes Ereignis, das zusammen gefeiert wird. Leider konnte es im Oktober letzten Jahres aufgrund der damaligen Corona-Lage nicht stattfinden. Das war sehr schade.
Wir achten sehr auf die Sicherheit und Gesundheit aller Monteure. TenneT hat sogar eine Corona-Taskforce. Bis heute hatten wir zum Glück auf meinen Baustellen keinen einzigen Coronafall. Es werden unter anderem auch spezielle Vorkehrungen für die Teamarbeit getroffen, wie zum Beispiel getrennte Pausenräume in den Containern.
Was erwarten Sie für die nächsten Wochen an Herausforderungen oder Meilensteinen?
Das Highlight auf der Baustelle wird mit Sicherheit Mitte Juni die Anlieferung der drei Großtransformatoren sein. So ein Ereignis findet nicht jeden Tag statt und wird deswegen auch medial groß begleitet werden. Ein faszinierender Transport, auch für die Menschen vor Ort. Die jeweils 382 Tonnen plus 55 Tonnen für zwei Kühlanlagen schweren Transformatoren werden mit zwei Konvois über Dänemark angeliefert. Zuvor haben sie eine lange Reise über die Nord- und Ostsee hinter sich. Aufgrund der zu erwarteten Verbrauchszahlen, die die Schleswig-Holstein Netz AG gemeldet hat, werden diese benötigt. So ein Großtransformator bringt eine Leistung von 300 Megawatt.
Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?
Mein Beruf ist ein gesunder Mix aus Ingenieurstätigkeiten am Computer, wie aber auch Baustellenbesuche jede Woche. Die Stimmung, Wünsche, Anliegen und Probleme vor Ort bei den Baustellenleuten aufzufangen – das ist mir sehr wichtig. Außerdem macht es mir sehr viel Spaß, interessierten Menschen unsere Umspannwerke zu zeigen. Das Verständnis für die Technik zu vermitteln, aber auch für die Notwendigkeit unserer Arbeit. Den Bürgern näher zu bringen, was wir machen und nicht nur ein abstraktes Gebilde in die Landschaft zu stellen, von dem die Menschen nicht so recht wissen, wie eigentlich so etwas funktioniert. Was Menschen verstehen und nachvollziehen können, erhöht die Akzeptanz der Energiewende. Ich finde diesen Austausch und die Kommunikation sehr wichtig. Sobald es wieder unter neuen Corona-Auflagen möglich ist, werden wir auch solche Führungen wieder anbieten.“
Was gefällt Ihnen am hohen Norden besonders gut?
Die frische Brise im Sommer; der Salznebel abends in der Luft an der Westküste; die wunderschönen Sandstrände an der Ostsee – es gibt so vieles, auf das ich mich immer freue, wenn ich im Norden bin. Das dänische Flair in Flensburg. Das entspanntere, ruhigere Leben in meiner Geburtsstadt, die vielen kleinen gemütlichen Läden und Cafés. Und nicht zu vergessen, mein Lieblingsverein, die SG Flensburg-Handewitt. Seit einem Dauerkarten-Geschenk meines Vaters als Kind bin ich dem Handball verfallen. Wenn ich mal in Flensburg bin, versuche ich Spiele zu besuchen. Ich bin dem echten Norden sehr verbunden, auch wenn ich jetzt mit meiner Familie in Nienhagen bei Celle –nördlich von Hannover – wohne. Wir sind auch sehr gerne mit unserem Camper in Skandinavien unterwegs.
Dadurch, dass ich einen dänischen Kindergarten und Grundschule besucht habe, freue ich mich auch immer, wenn ich Dänisch sprechen kann. Eines meiner Lieblingsworte im Dänischen ist „hygge". Es steht für Gemütlichkeit – ein warmes Gefühl von Heimat.