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Interview des SHZ mit unserem Bürgermeister Werner Schweizer

Klixbüll, den 23.11.2017

 

 

"Gestalten Sie aktiv mit"

 

In einer Interview- Serie werden die Bürgermeister des Amtes Südtondern vorgestellt:

 

Jonna Lausen bei Werner Schweizer

 

 

 

 

 

Herr Schweizer, was macht ihre Gemeinde so besonders? Warum sollte jeder nach Klixbüll ziehen?

 

Wir wollen natürlich nicht, dass alle nach Klixbüll ziehen, wir sind weder Ober- noch Unterzentrum und somit schließt dies schon der Landesentwicklungsplan aus.

Es gibt aber gute Gründe in Klixbüll zu leben, wie es unser durchgeführter Lebensqualitätscheck an den Tag gebracht hat und so beobachten wir tatsächlich eine Landflucht innerhalb der Landflucht. Junge Menschen bauen ihre Häuser bewusst in Klixbüll, weil es dort einen Kindergarten eine eigenständige Grundschule mit beheiztem Schwimmbad gibt und weil ein hervorragend funktionierender Öffentlicher Nahverkehr mit der Linie 1013 FL-Niebüll existiert. Das spart einer jungen Familie häufig das Zweitauto, so können die Menschen besonders klimafreundlich und kostenreduziert ein gutes Leben bei uns führen. Mobilität ist das entscheidende Thema für das Überleben des ländlichen Raumes, in den kleinen Orten werden wir keinen Arzt haben können und auch kein Einkaufszentrum, macht auch nichts, solange wir diese Stellen problemlos erreichen können. Durch unser E-CAR Sharing DörpsMobil Klixbüll stärken wir den bereits vorhandenen Standortvorteil Mobilität zusätzlich, jeder kann Mitglied werden und diese umweltfreundliche und gemeinschaftsfördernde Transportmöglichkeit nutzen, auch Menschen ohne Führerschein. Mit neun Ladesäulen sind wir auf die Mobilitätswende bestens vorbereitet.

Das Leben entlang der B-199 bietet einen weiteren Standortvorteil, denn dort entfällt der ungeliebte Winterdienst für die Anwohner. Wir haben eine aktive Kirchengemeinde mit herausragenden geistigen u. kulturellen Angeboten. In unserem DÖRPSCAMPUS, Ort des Lebens und des Lernens und der Begegnung, gibt es ein breites kulturelles Angebot. Unsere Vereine und Kooperationspartner füllen diesen Ort mit Leben. Unsere FFW Klixbüll-Bosbüll hat eine herausragende Tagesverfügbarkeit und Leistungsfähigkeit, bedingt durch die Kooperation der beiden Gemeinden und modernster Ausstattung, die wiederum positiv motivierend wirkt.

Günstige Hebesätze bei der Gewerbesteuer, der  Grundsteuer B , geringe Hundesteuer und Null € Pferdesteuer sprechen für sich. Durch das von der Gemeindevertretung stets angewandte schwäbische Hausfrauenprinzip MAN NEHME SO MAN HAT, haben wir eine gesunde Finanzlage, die unserer Gemeinde Gestaltungsspielräume verschafft, die von unserer Gemeindevertretung in Verbindung mit Fördergeldakquise  sehr erfolgreich genutzt werden. 

 

Was muss unbedingt verändert werden/ auf den Weg gebracht werden?

 

Never change a running system sagten die alten Römer schon und unser System läuft gut und sehr stabil, Systemstabilität ist ein wichtiger Erfolgsfaktor, deshalb verändern wir in diesem Bereich nur sehr behutsam.

Auf den Weg bringen wir derzeit aufgrund der starken Nachfrage ein neues Baugebiet. Die Weichen für eine gemeinwohlökonomische Auditierung der Gemeinde in 2018 sind gestellt. Am Konversionsprojekt Flugplatz Leck muß auch die nächsten Jahre im engen Schulterschluß mit den Nachbargemeinden an der Überwindung vieler Hindernisse hart gearbeitet werden, um die anvisierten Projektziele zu erreichen, so dass ab 2021 die Landebahn wieder in Betrieb ist und das touristisch angelegte Fliegerdorf seinen Betrieb aufnehmen kann. Gerne wollen die drei Gemeinden dieses Projekt mit Akteuren aus der Region realisieren. Ein europaweit agierender Player bemüht sich bereits heute um die Vermarktung des Projektes, ein wirklich gutes und ermutigendes Zeichen für uns.

Die von Deutschland und auch von SH abgegebene Erklärung  zur Erfüllung der 17 SDGs, auch auf kommunaler Ebene bis 2030, beschäftigen uns sehr. Als vordringlich betrachten wir hier SDG Nr. 6 den Wasserschutz und hoffen, dass es uns gelingt, unser noch gutes  3 Harden Trinkwasser nicht selbst zu kontaminieren und rettende Massnahmen einzuleiten. Eine Lösung könnte sein, die Landflächen im Wasserschutzgebiet aus Mitteln des beim Kreis liegenden Geldes aus der Landschaftsbildabgabe zu kaufen, um eine grundwasserfreundliche Bewirtschaftung dieser Ländereien durchführen zu können.  Die Kaufidee ist nicht neu, diese Idee wurde vor vielen Jahren von Bürgermeister Loske aus Niebüll schon geäußert, nur damals fehlte das Geld, die Einsicht und somit der Wille. Durch den Einsatz dieser Gelder aus dem Windkraftanlagenbau, würden die Bürger eine nachhaltige Entschädigung erfahren, die wirklich allen zu Gute käme.

Die noch bestehende Zweiklassengesellschaft  in Klixbüll wollen wir gerne abschaffen und hoffen, daß der Glasfaserausbau im Außenbereich zeitnah startet, unser Innenbereich ist seit Anfang 2015 versorgt, nachdem in der Gemeinde 400.000 € eingesammelt wurden, um dieses Projekt mit der BNG starten zu können.

 

Wie ist die Altersstruktur und gibt es genügend Angebote/Möglichkeiten für die jeweiligen Altersgruppen?

 

Auch an Klixbüll zieht der demographische Wandel nicht ganz spurlos vorüber.

Im Jahre 2000 waren lediglich 35,9% der Klixbüller über 50 Jahre alt, Ende 2015 waren es bereits 43,4%. Aber alles ist relativ, die Vergleichswerte in SH und ähnlich großen Gemeinden zeigen, dass Klixbüll derzeit noch eine vergleichsweise junge Gemeinde ist. Vergleichszahlen belegen, dass Klixbüll trotz des Strukturwandels im ländlichen Raum und der demographischen Entwicklung zu den Gewinnern dieser Prozesse gehört.

DerDörpsCampus Verein bietet attraktive Angebote für alle Altersgruppen, ebenso unser TSV, die Kirche u. die Ringreiter.  Der Sozialverband und das DRK für die mittlere und ältere Generation. Unsere Jugendfeuerwehr, der TSV und die ev. Pfadfinder leisten wertvolle Jugendarbeit. In der Offenen Ganztagsschule können sich Interessierte aktiv betätigen und unserer Jugend unmittelbar begegnen.

 

Gibt es diesen  einen Moment oder eine Situation, bei der Sie denken: „Darum bin ich Bürgermeister geworden“

 

Es war nur wenige Wochen nach meiner Einsetzung als Bürgermeister, da klingelte eine alte Dame an unserer Haustür mit einem kleinen Hund auf dem Arm, ohne lange Umschweife bat sie mich ihren Hund zu erschiessen, weshalb das denn fragte ich etwas verwundert, ja sie sei extra von Niebüll nach Klixbüll gezogen weil sie sich dort die Hundesteuer nicht mehr leisten konnte und nun wohnt sie in Klixbüll und nun wurde die Hundesteuer hier auch erhöht. Rasch merkte ich, dass es ihrerseits kein Scherz war. Ja , diese Frau hatte nur noch diesen kleinen Hund, er war ihr Gegenüber. Ich konnte sie beruhigen und ihr finanziell aushelfen.

Ihre gestellte Frage sollte jedoch weiter gefasst werden und die gesamte Gemeindevertretung mit einschließen. Neulich fragte  auf einer Fortbildungsveranstaltung eine Bürgermeisterin aus Dithmarschen weshalb manche Gemeinden so erfolgreich wären und andere sehr viel weniger, gute Frage dachte ich und schlagartig war mir klar woran es zu einem großen Teil liegen könnte. Gute Ideen gibt es überall im Land, aber eine Idee ohne Umsetzung bringt wenig. Wenn eine Idee von außerhalb in ein System hineingetragen werden muss, kann dies oft sehr mühselig werden bis die Entscheidungsträger die gute Idee erkennen und dann eventuell  aktiv werden. Einfacher und schneller geht die Umsetzung einer Idee, wenn man selber Teil des Systemes ist und Prozesse aktiv gestalten kann. Gestalten können und dürfen ist ein hoher Wert, den ich persönlich sehr schätze. Es ist immer eine Freude, wenn eine Idee durch gemeinsame Erarbeitung umgesetzt wird. Und das ist meine Ermutigung, ja mein Appell für den 6.Mai 2018, an diesem Tag finden die Kommunalwahlen in SH statt. Gehen  sie in das System hinein und gestalten sie aktiv mit, es ist schöpferisches Tun und es ist nicht einerlei wer in einer Gemeindevertretung sitzt.

 

Was nervt Sie an der Kommunalpolitik am meisten?

 

Kommunalpolitik nervt mich  nicht, es sind die Einschränkungen die der Kommunalpolitik aus verschiedenen Ebenen heraus auferlegt werden, die nerven.  Denken sie an die Regionalpläne im Bereich Findung von Windvorrangflächen, wie wenig Mitspracherecht Gemeinden hier eingeräumt wird, in beide Richtungen, dafür wie dagegen. Und wie viel Einnahmen durch die landespolitischen  Ausbaumoratorien den Kommunen verloren gehen. Denken sie an den Bereich Verkehrsüberwachung und hier denke ich nicht an den ruhenden Verkehr, sondern an den besonders schnell fließenden. Unser Ing. Hauke Harder hat ein kleines Excel Programm geschrieben das aus den Daten unseres kommunalen Geschwindigkeitsmessgerätes die virtuellen Einnahmen errechnet, in 5 Tagen ergaben sich sage und schreibe 70.000 €uro an unserer östlichen Ortseinfahrt an der B 199. Wenn dann unser Kreis NF hoch verschuldet mit Verlaub  meint, wir wollen nicht messen wir sind ein Urlaubsland dann nervt das. Wenn seit 1964 die Messwerte für die Erhebung der Grundsteuer B in SH nicht mehr angepasst wurden und dadurch unerträgliche Steuerungerechtigkeiten verbunden mit Einnahmeverlusten entstehen, dann nervt das. Wenn trotz guter Steuereinnahmen, geringer Arbeitslosigkeit und niedriger Zinsen die Zahl der Bedarfsgemeinden in SH stetig wächst, dann ist das bedenklich und nervt deshalb, weil die erforderlichen Analysen zur systematischen Beseitigung dieser Umstände nicht durchgeführt werden. Wenn eine neue Landesregierung in der ersten Woche ihrer Regierungszeit kommunale Steuererhebungsverbote  ausspricht, dann ist dies ein Schlag ins Gesicht der redlich bemühten Gemeinden ihren Haushalt in Ordnung zu bringen. Es nervt, dass die für uns wahrhaft wichtigen Themen nicht angegangen werden, Themen die besonders für unseren Küstenbereich Relevanz haben, nämlich eine verantwortungsvolle Umwelt- und Klimaschutzpolitik, das ständig an den Tag gelegte Verhalten, trotz Erkenntnis keine Umsetzung, das nervt schmerzlich. Gute Umweltpolitik ist letztendlich indirekte Wirtschaftspolitik, denn die Klimadeicherhöhung kostet sehr viel Geld und wird leider nicht von den Verursachern bezahlt.