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Festrede unseres Bürgermeisters

Gruppenfoto

Gemeinde Klixbüll Hauptstr.106 D- 25899 Klixbüll,

 

Fr. 19.6.2015,  125 Jahre FFW Klixbüll Bosbüll, Werner Schweizer

 

Liebe FW Männer aus Klixbüll und Bosbüll , Liebe Freunde der Feuerwehren, werte Ehrengäste, als Vertreter der Gemeinde Klixbüll freue ich mich sehr, dass wir dieses besondere Fest hier und heute , morgen und übermorgen gemeinsam feiern dürfen, in einer guten und geordneten Zeit.

 

125 Jahre FF Klixbüll-Bosbüll, von 1890 bis 2015, was ist alles in dieser Zeitspanne geschehen?  Bereits im Gründungsjahr verlässt Kanzler Bismarck auf Drängen von Kaiser Wilhelm II. die Regierung, 28 Jahre später ist die Monarchie am Ende in Deutschland. Nach dem Ersten Weltkrieg  folgen 15 Jahre Demokratie von 1918 bis 1933. 

12 Jahre schlimmste Diktatur folgen von 1933 bis 1945, durch das Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen vom 23.11. 1938, war unsere Feuerwehr keine echte Freiwillige mehr  . Danach 70 Jahre Demokratie bis zum heutigen Tage. Immerhin 85 von 125 Jahren (68%) konnte diese Wehr  in demokratischen Strukturen operieren und hat sich auch diese selber zu eigen gemacht.

 

Es war ein starkes Bild in der Wochenschau vergangene Woche , mit fast allen Mitgliedern unserer FW , Aktive, Jugend und die Senioren in der Ehrenabteilung. Ein Jugendfeuerwehrmann hält die Fahne aus dem Jahre 1965 die damals zum 75 jährigen Bestehen der Wehr geweiht wurde. Die erste Fahne aus dem Jahre 1905 wurde nach Kriegsende durch die Engländer eingezogen. Ein starkes Bild von einer starken Truppe, die wir in den nächsten Tagen feiern werden und  der wir aus gutem Grunde unseren Dank für ihren Einsatz und ihre immer währende Bereitschaft zeigen wollen.  24/7/52,       8736 Stunden im Jahr pro Mann. Wer soll das bezahlen, wer kann das bezahlen : NIEMAND könnte es.

 

Deshalb möchte ich an dieser Stelle Allen Mitgliedern unserer FW von Herzen danken, aber auch allen Frauen, Kindern und Freundinnen / Lebensgefährtinnen und den Arbeitgebern unserer FW Männer , dafür,  dass ihr sie immer ziehen lasst, ja nicht nur zu den Einsätzen, sondern auch zu den ehrgeizigen Vorhaben dieser Wehr.

So war im Jahre 2014 besonders viel Zeit aufzubringen für die Vorbereitung auf die Leistungsstufe 5 ROTER HAHN. 

Aber auch schon 3 Jahre nach der Gründung im Jahre 1893,  tat sich die Wehr durch besondere Leistungen und Innovation hervor, sie entwickelte einen FEUER ORTUNGSAPPARAT der auf 100 Meter genau die Position eines Feuers über weite Entfernungen durch Peilverfahren ermitteln konnte, ganze Delegationen reisten nach Klixbüll, um dieses Gerät zu begutachten. Der damalige Bürgermeister aus Leck wollte mit eigenen Augen sehen ob bei diesem Apparat alles mit rechten Dingen zugeht. Er kam am 19.September1893 nach Klixbüll und ließ am Lecker Bahnhof um  0800 Uhr ein Teerfass entzünden, nach wenigen Minuten hatten die Klixbüller Kameraden das Feuer genau geortet. Die Lecker Delegation zeigte sich tief beeindruckt und dankte den Klixbüller Feuerwehrleuten, die immer wieder bei großen Heidebränden Richtung Leck und Karlum zu Hilfe eilten. Der Apparat war gerade bei Heidebränden so hilfreich, da es damals sehr viel weniger Wege gab als heute und so konnte der Anmarsch zur Brandstelle systematisch geplant werden.

 

Viele werden sich fragen weshalb vor 125 Jahren so viele Freiwillige Feuerwehren in Deutschland gegründet wurden, in vielen Orten wird dieses Jubiläum gefeiert, war es ein allgemeiner Trend dem gefolgt wurde und was könnte der Grund für diesen Trend gewesen sein? Feuerbekämpfung war auch vor 125 Jahren nichts unbekanntes. Bereits 21 Jahre vor Christus gab es in Rom eine 600 Mann starke Feuerbekämpfungstruppe, alle waren Sklaven.

 

In Wien wurde 1668 die erste Berufsfeuerwehr gegründet.

Die  Bürgerliche Revolution um das Jahr 1848 war der Trendgeber. Durch die Abwendung vom Obrigkeitsstaat zu einem Staat mit demokratischer Mitwirkung der Bevölkerung legte einen wesentlichen Grundstein für die vielen Gründungsdaten von verschiedenen Feuerwehren in Deutschland.

 

Die Freiheitsbewegungen in Frankreich beschleunigten diese Entwicklung nachhaltig. (Herr Sönnichsen aus Klixbüll reiste 1848 nach Frankfurt in die Paulskirche um an der demokratischen Entwicklung mitzuwirken).

 

In Deutschland gibt es heute 25.436 FFW, mit 1.095.941 Mitgliedern (2010).

In den USA 30.170 FFW, mit 827.150 Mitgliedern

In Griechenland gibt es ein solches Freiwilliges Feuerwehrsystem noch nicht, über die ESEPA (Ethelondiko Soma Ellinon Pyrosveston Anadasoton) engagieren sich viele europäische Freiwillige Feuerwehren vorbildlich bei der Waldbrandbekämpfung jedes Jahr in diesem Lande und beim Aufbau von FFWehren.

 

Die FF Wehren, Eine echte Erfolgsgeschichte in unserem Lande, die deutlich zeigt, dass es auch heute noch Menschen Guten Willens gibt, die bereit sind ihre Kraft, ihr Können, ihre Ideen, ihren Mut, ihre Verlässlichkeit, ihre Ausdauer,  ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre ZEIT, für andere Menschen und die Gemeinschaft einzubringen.

 

Die erste belegte Verwendung des Begriffs „Feuerwehr“ geht  auf das Jahr 1847 zurück. Er tauchte in der Karlsruher Zeitung vom 19. November 1847 auf und bereits ein Jahr später wurde es im Badischen Bürgerwehrgesetz amtlich. Die deutsche Feuerwehr war geboren (1847).

 

Doch Wann ist eine Feuerwehr eine Feuerwehr?

Bereits das späte Mittelalter brachte ein organisiertes Löschwesen hervor, das sich allerdings schon allein aufgrund seiner genossenschaftlichen Struktur erheblich von der Organisation einer Feuerwehr unterschied.

 

Was zeichnet aus historischer Sicht eine Feuerwehr aus, welche Anforderungen müssen erfüllt sein, dass man tatsächlich von einer Feuerwehr sprechen kann?

DEF.:

Eine Feuerwehr ist ein  System, bestehend aus einem Ausrüstungs-, Ausbildungs- und Führungssystem, das durch Zusammenwirken zum sofortigen Einsatz befähigt. Eine Feuerwehr ist durch geordnete, ruhige, überall am richtigen Ort angreifende eingeübte Tätigkeit gekennzeichnet.  (zitiert nach brandschutz / Deutsche Feuerwehrzeitung 1/1996).

 

Unsere Feuerwehr Klixbüll - Bosbüll stellt ein solches System ohne wenn und aber dar und sicherlich tat sie dies auch schon zur Zeit der Gründung.

Das Verhältnis der FFW zur Gemeindevertretung war damals allerdings ein anderes wie heute.

Im Jahre 1898 fragte das System  Freiwillige Feuerwehr Klixbüll zwei Mal um einen Ausrüstungszuschuß über 400 Mark bei der Gemeindevertretung an, der erste Antrag wurde einstimmig abgelehnt, der zweite drei Monate später mit 6 von 8 Stimmen. Aus eigener Tasche wurde die Ausrüstung bezahlt und dennoch wurde freiwillig weiter gemacht, 125 Jahre lang, eine Pflichtwehr war nie erforderlich.

 

Die Einsatzbereitschaft , auch tagsüber, ist immer noch problemlos sichergestellt und dies hat mit der bemerkenswerten Kooperation zwischen den beiden Orten Bosbüll und  Klixbüll zu tun, diese Kooperation ist zukunftsweisend aus Einsatz- wie auch aus Kostengründen. Wir werden alles daran setzen, dass diese Kooperation auch so weiter geführt werden kann.

Bis 1958 waren Bosbüll und Klixbüll eine Gemeinde, Seperationsbemühungen seitens Bosbüll gab es ab dem Jahre 1950.

Die Feuerwehr Klixbüll - Bosbüll  beschloss in weiser Voraussicht bereits am 30. April 1958 , dass die beiden Orte eine Feuerwehr bilden sollen.

 

Am 14.Juli 1958 , nur drei Monate nach dem Beschluss eine Feuerwehr zu bleiben, wurde Bosbüll als politische Gemeinde selbständig. Die Feuerwehr jedoch bewahrte sich ihre Einheit bis zum heutigen Tage, eine bemerkenswerte Geschichte, die eine weitere Untersuchung wert wäre, vermutlich war es die Kameradschaft, der Chorps Geist der Truppe und der feste Wille der Mitglieder ihre Grundeinstellung nach dem Motto:

GOTT ZUR EHR DEM NÄCHSTEN  zur WEHR

über politische Entscheidungen zu stellen. Dieser Fall zeigt auch deutlich, wie hilfreich ein Gottesbezug in einer Verfassung sein kann.

 

Lieber Peter Andresen, liebe FW Kameraden, zu diesem großen Fest darf ich auch die herzlichen Grüße und die besten Wünsche für die Zukunft von der Bürgermeisterin Elisabeth Mewes und der FFW unserer Partnergemeinde NEU POSERIN überbringen. Ebenso darf ich herzliche Glückwünsche von Peter Hansen Rothmann , unserem Ehrenbürgermeister übermitteln, Andreas Thomsen hat ihn heute in Schafflund besucht, es war ihm ein großes Anliegen diese Grüße übermitteln zu können.

Diesen Guten Wünschen möchten wir uns als Gemeinde Klixbüll anschließen. Wir sind froh, daß wir eine so große Kontinuität in unserer Wehrführung haben, es ist bereits deine vierte Periode, in der du dieses Amt wahr nimmst, mit großem Erfolg und großer Umsicht. Ich freue mich sehr , dass dein Vater, Hans Andresen,  unser Ehrenwehrführer mit seiner Frau Grete heute  auch dabei sein kann und auch unser Ehrenbürgermeister Andreas Thomsen, der auch noch in der Ehrenabteilung aktiv ist, genauso  wie Hans Andresen. Danken möchte ich an dieser Stelle auch unseren Chronisten, die viele wichtige Dinge aus unserer Gemeinde niedergeschrieben haben und damit einen wichtigen Fundus, auch für nachfolgende Generationen geschaffen haben. Ein herzlicher Dank an Andreas Thomsen, Ehrenbürgermeister  und Hans Andresen Ehrenwehrführer.

Ich danke allen die sich für das System FW, Rot Kreuz, THW, in den unterschiedlichsten Bereichen engagieren und hoffe, dass wir 2040, in 25 Jahren wieder ein großes Fest der Feuerwehr Klixbüll- Bosbüll feiern können. Unser neues Fahrzeug wird dann im besten Alter sein.

Wie es 2090, bei der Zweihundertjahrfeier aussehen wird ist schwer zu prognostizieren, vielleicht fahren die Fahrzeuge eigenständig zum Einsatzort und nehmen die Brandbekämpfung selbsttätig auf, analysieren die Gefahren vollautomatisch und erstellen den Lagebericht aufgrund automatischer Bildauswertung.....

 

Dennoch kann Wasser in der Ferne  kein Feuer in der Nähe löschen, wie ein altes chinesisches Sprichwort zum Besten gibt, also werden wir auch dann noch eine FFW brauchen, auch wenn es wahrscheinlich weniger Brände zu löschen gibt, aber um so dringender für all die anderen Aufgaben von der Jugendarbeit bis zur Wertevermittlung, vielleicht bis hin zu Ordnungs- u. Polizeiaufgaben.

Herzlichen Dank und weiterhin alles Gute und dass ihr von allen Einsätzen wohlbehalten zurückkehrt und dass ihr mit den schlimmen Bildern bei Unfällen umzugehen lernt, in diesem Sinne bleibt behütet bis zum nächsten großen Fest. Besten Dank für eure Aufmerksamkeit.

Zu so einem großen Fest kann man nicht mit leeren Händen kommen, gut und gerne konnten wir eurem Wunsch folgen und dieser Wunsch ist kennzeichnend für den SPIRIT dieser Feuerwehr, sie möchte eine Wärmebildkamera um künftig bei kritischen Einsätzen zum Wohle der Bürger noch besser gerüstet zu sein.